Terrestrisches Laserscanning
Wir nutzen terrestrische Scanner wie RIEGL VZ-600i und FARO Focus S350 für strukturierte Aufnahmen von Innenräumen, Fassaden, Dachwerken, Hallen, historischen Gebäuden und komplexen Beständen.
Vom geodätischen Grundgerüst zur belastbaren Gebäudedokumentation
Jedes Vermessungsprojekt beginnt mit einer stabilen Grundlage. Bevor ein Gebäude gescannt, modelliert oder gezeichnet wird, wird seine räumliche Einbindung definiert: durch Tachymetrie, Festpunkte und Georeferenzierung mittels GNSS. Auf dieser Basis entstehen kontrollierte Punktwolken, Bestandsmodelle und Pläne, die für Architektur, Denkmalpflege, Planung und Bauausführung verlässlich nutzbar sind.
Die Grundlage
Eine belastbare Architekturvermessung braucht ein stabiles Bezugssystem. Deshalb steht bei jedem Projekt zunächst das geodätische Grundgerüst im Mittelpunkt.
Tachymetrische Messungen, Festpunkte und die Georeferenzierung mittels GNSS schaffen eine kontrollierte räumliche Basis für alle weiteren Arbeitsschritte. Dieses Grundgerüst ermöglicht es, unterschiedliche Aufnahmemethoden zusammenzuführen, Messungen nachvollziehbar zu kontrollieren und die Ergebnisse in übergeordnete Koordinatensysteme einzubinden.
Erfassung
Auf Grundlage des geodätischen Netzes erfolgt die eigentliche Erfassung des Bestands. Je nach Objekt, Zugänglichkeit, Detailgrad und Fragestellung werden verschiedene Systeme kombiniert.
Wir nutzen terrestrische Scanner wie RIEGL VZ-600i und FARO Focus S350 für strukturierte Aufnahmen von Innenräumen, Fassaden, Dachwerken, Hallen, historischen Gebäuden und komplexen Beständen.
Für großflächige oder schwer zugängliche Bereiche kommen kinematische Systeme wie NavVis VLX und Tersus MVP S1 zum Einsatz. Sie erfassen zusammenhängende Gebäudebereiche, Erschließungsflächen und Außenräume.
Bei komplexen Außenaufnahmen, Fassaden, Dachlandschaften oder schwer erreichbaren Bauteilen ergänzen wir die Aufnahme bei Bedarf durch drohnengestützte Photogrammetrie mit DJI Matrice 4E.
Registrierung und Kontrolle
Scandaten entfalten ihren Wert erst durch eine belastbare Registrierung. Die einzelnen Aufnahmen werden nicht nur zusammengesetzt, sondern kontrolliert auf das geodätische Grundgerüst bezogen.
Die Registrierung basiert auf robusten Blockausgleichungen mit technet Scantra. So entsteht eine konsistente Punktwolke, deren Lagebezug, innere Stimmigkeit und Anschluss an das Projektkoordinatensystem nachvollziehbar geprüft werden können.
Bereinigung und Auswertung
Nach der Registrierung wird die Punktwolke geprüft, bereinigt und für die weitere Bearbeitung vorbereitet. Störende Bereiche, temporäre Objekte oder nicht relevante Daten werden entfernt, relevante Gebäudestrukturen bleiben nachvollziehbar erhalten.
Die aufbereitete Punktwolke bildet die Grundlage für die anschließende Modellierung, Planableitung oder direkte zeichnerische Auswertung.
Modellierung und Planableitung
Je nach Projektziel wird die Punktwolke in Revit als dreidimensionales Bestandsmodell weiterverarbeitet. Aus dem Modell können Grundrisse, Schnitte und Ansichten abgeleitet und für Planung, Abstimmung und Dokumentation genutzt werden.
Alternativ erfolgt die Auswertung direkt als denkmalgerechte 2D-CAD-Datei. Besonders bei historischen Gebäuden, komplexen Befunden oder spezifischen Anforderungen der Denkmalpflege kann die zeichnerische Bearbeitung in 2D die präzisere und angemessenere Form der Dokumentation sein.
Workflow
Projektanalyse und Festlegung der Anforderungen
Geodätisches Grundgerüst
Tachymetrie und GNSS-Georeferenzierung
Terrestrisches oder kinematisches Scanning
Ergänzende Photogrammetrie bei Bedarf
Registrierung über robuste Blockausgleichung mit technet Scantra
Bereinigung und Prüfung der Punktwolke
Revit-Modellierung oder 2D-CAD-Auswertung
Planableitung, Dokumentation und Übergabe
Ergebnis und Nutzen
Architekturvermessung schafft die Grundlage für Entscheidungen am Bestand. Sie macht Geometrie, Lagebezug, Baustruktur und räumliche Zusammenhänge nachvollziehbar.
Die Ergebnisse dienen Architekturbüros, Denkmalpflege, Fachplanern, Eigentümern und ausführenden Unternehmen als belastbare Arbeitsgrundlage.
Schlussfolgerung
Unsere Architekturvermessung verbindet geodätische Kontrolle, geeignete Erfassungsmethoden und sorgfältige Auswertung. Am Anfang steht das Grundgerüst, danach folgt die Aufnahme, Registrierung, Bereinigung und modell- oder planbasierte Dokumentation. So entsteht aus vielen einzelnen Messungen eine nachvollziehbare Grundlage für den weiteren Umgang mit dem Bauwerk.