Tachymeter mit Zielmarken in historischem Gebaeudebestand

Architekturvermessung

Vom geodätischen Grundgerüst zur belastbaren Gebäudedokumentation

Jedes Vermessungsprojekt beginnt mit einer stabilen Grundlage. Bevor ein Gebäude gescannt, modelliert oder gezeichnet wird, wird seine räumliche Einbindung definiert: durch Tachymetrie, Festpunkte und Georeferenzierung mittels GNSS. Auf dieser Basis entstehen kontrollierte Punktwolken, Bestandsmodelle und Pläne, die für Architektur, Denkmalpflege, Planung und Bauausführung verlässlich nutzbar sind.

Die Grundlage

Am Anfang steht das Grundgerüst.

Eine belastbare Architekturvermessung braucht ein stabiles Bezugssystem. Deshalb steht bei jedem Projekt zunächst das geodätische Grundgerüst im Mittelpunkt.

Tachymetrische Messungen, Festpunkte und die Georeferenzierung mittels GNSS schaffen eine kontrollierte räumliche Basis für alle weiteren Arbeitsschritte. Dieses Grundgerüst ermöglicht es, unterschiedliche Aufnahmemethoden zusammenzuführen, Messungen nachvollziehbar zu kontrollieren und die Ergebnisse in übergeordnete Koordinatensysteme einzubinden.

GNSS-Rover und Festpunktmarke vor einem Bestandsgebaeude
Festpunkte, Tachymetrie und GNSS-Georeferenzierung bilden den Lagebezug fuer alle folgenden Aufnahmen.

Erfassung

Erfassung je nach Aufgabe und Bauwerk.

Auf Grundlage des geodätischen Netzes erfolgt die eigentliche Erfassung des Bestands. Je nach Objekt, Zugänglichkeit, Detailgrad und Fragestellung werden verschiedene Systeme kombiniert.

Terrestrisch

Terrestrisches Laserscanning

Wir nutzen terrestrische Scanner wie RIEGL VZ-600i und FARO Focus S350 für strukturierte Aufnahmen von Innenräumen, Fassaden, Dachwerken, Hallen, historischen Gebäuden und komplexen Beständen.

Kinematisch

Kinematische Systeme

Für großflächige oder schwer zugängliche Bereiche kommen kinematische Systeme wie NavVis VLX und Tersus MVP S1 zum Einsatz. Sie erfassen zusammenhängende Gebäudebereiche, Erschließungsflächen und Außenräume.

Foto

Photogrammetrie

Bei komplexen Außenaufnahmen, Fassaden, Dachlandschaften oder schwer erreichbaren Bauteilen ergänzen wir die Aufnahme bei Bedarf durch drohnengestützte Photogrammetrie mit DJI Matrice 4E.

Registrierte Punktwolke mit Scanpositionen und Zielmarken
Einzelne Scanpositionen werden kontrolliert auf das geodätische Grundgerüst bezogen.

Registrierung und Kontrolle

Aus einzelnen Aufnahmen entsteht ein zusammenhängender Bestand.

Scandaten entfalten ihren Wert erst durch eine belastbare Registrierung. Die einzelnen Aufnahmen werden nicht nur zusammengesetzt, sondern kontrolliert auf das geodätische Grundgerüst bezogen.

Die Registrierung basiert auf robusten Blockausgleichungen mit technet Scantra. So entsteht eine konsistente Punktwolke, deren Lagebezug, innere Stimmigkeit und Anschluss an das Projektkoordinatensystem nachvollziehbar geprüft werden können.

Bereinigung und Auswertung

Von der Punktwolke zur auswertbaren Grundlage.

Nach der Registrierung wird die Punktwolke geprüft, bereinigt und für die weitere Bearbeitung vorbereitet. Störende Bereiche, temporäre Objekte oder nicht relevante Daten werden entfernt, relevante Gebäudestrukturen bleiben nachvollziehbar erhalten.

Die aufbereitete Punktwolke bildet die Grundlage für die anschließende Modellierung, Planableitung oder direkte zeichnerische Auswertung.

Kontrollierte Datenbasis

  • Prüfung von Lagebezug und Anschluss an das Projektkoordinatensystem
  • Bereinigung nicht relevanter oder temporärer Objektbereiche
  • Vorbereitung für Modellierung, Planableitung und Dokumentation

Modellierung und Planableitung

3D-Modell oder 2D-Bestandsplan - abhängig von der Aufgabe.

Je nach Projektziel wird die Punktwolke in Revit als dreidimensionales Bestandsmodell weiterverarbeitet. Aus dem Modell können Grundrisse, Schnitte und Ansichten abgeleitet und für Planung, Abstimmung und Dokumentation genutzt werden.

Alternativ erfolgt die Auswertung direkt als denkmalgerechte 2D-CAD-Datei. Besonders bei historischen Gebäuden, komplexen Befunden oder spezifischen Anforderungen der Denkmalpflege kann die zeichnerische Bearbeitung in 2D die präzisere und angemessenere Form der Dokumentation sein.

Bestandsmodell, Punktwolke und CAD-Plaene auf einem Arbeitsplatz
Aus der Punktwolke entstehen je nach Aufgabe Revit-Modelle, Grundrisse, Schnitte, Ansichten oder 2D-CAD-Auswertungen.

Workflow

Der Vermessungsprozess als kontrollierte Abfolge.

  1. 01

    Projektanalyse und Festlegung der Anforderungen

  2. 02

    Geodätisches Grundgerüst

  3. 03

    Tachymetrie und GNSS-Georeferenzierung

  4. 04

    Terrestrisches oder kinematisches Scanning

  5. 05

    Ergänzende Photogrammetrie bei Bedarf

  6. 06

    Registrierung über robuste Blockausgleichung mit technet Scantra

  7. 07

    Bereinigung und Prüfung der Punktwolke

  8. 08

    Revit-Modellierung oder 2D-CAD-Auswertung

  9. 09

    Planableitung, Dokumentation und Übergabe

Ergebnis und Nutzen

Verlässliche Grundlagen für Planung, Bestand und Denkmalpflege.

Architekturvermessung schafft die Grundlage für Entscheidungen am Bestand. Sie macht Geometrie, Lagebezug, Baustruktur und räumliche Zusammenhänge nachvollziehbar.

Die Ergebnisse dienen Architekturbüros, Denkmalpflege, Fachplanern, Eigentümern und ausführenden Unternehmen als belastbare Arbeitsgrundlage.

Typische Ergebnisse

  • Georeferenzierte Bestandsdokumentation
  • Kontrollierte Punktwolken
  • Bestandsmodelle in Revit
  • Grundrisse, Schnitte und Ansichten
  • Denkmalgerechte 2D-CAD-Auswertung
  • Fassaden- und Dachaufnahmen
  • Grundlagen für Planung, Umbau, Sanierung und Dokumentation

Schlussfolgerung

Wir vermessen Gebäude als gewachsene räumliche Strukturen.

Unsere Architekturvermessung verbindet geodätische Kontrolle, geeignete Erfassungsmethoden und sorgfältige Auswertung. Am Anfang steht das Grundgerüst, danach folgt die Aufnahme, Registrierung, Bereinigung und modell- oder planbasierte Dokumentation. So entsteht aus vielen einzelnen Messungen eine nachvollziehbare Grundlage für den weiteren Umgang mit dem Bauwerk.